Studierende der ArchitekturWerkstatt haben mit Ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen aus den Fachbereichen Soziale Arbeit und Wirtschaft im Kurs «Stadt gestalten» mit der Zukunft des Quartiers Ruckhalde-Tschudiwies in St.Gallen befasst. Der Kurs fand im Rahmen des interdisziplinären Kontextstudiums an der OST – Ostschweizer Fachhochschule bereits zum zweiten Mal statt. Niklaus Reichle, Soziologe und verantwortlich für das Modul, möchte für die verschiedenen Ansprüche und Perspektiven sensibilisieren, die im städtischen Raum aufeinander treffen. Es sei wichtig, so Eva Lingg, Architektin und Co-Modulleiterin, die an der ArchitekturWerkstatt das Fach Soziale Räume unterrichtet, dass sich die Studierenden unvoreingenommen mit den verschiedenen Positionen der Akteure und dem Areal selbst auseinandersetzen.

In der diesjährigen All School Charrette widmeten sich unsere Studierenden während fünf Tagen gruppenweise einem von 18 ausgewählten öffentlichen Orten rund um den Altstadtkern: vom St. Leonhard-Pärklein und der Verkehrsinsel bei der Reithalle über die Greifentreppe, durch die Gleisunterführung und das Simonquartier hin zum St. Mangen Park und der Museumsstrasse, und weiter zum Brunnen im Linsenbühl, durch die wilde Mühleggschlucht bis zur Passage am Oberen Graben. Mit gut überlegten Konzepten, einfachen Mitteln und recyclierten Materialien bereiteten sie für ihren Stadtraum eine räumliche Intervention vor, mit der sie die bestehenden Orte auf erfrischende und unerwartet vielfältige Weise interpretierten. Stadbaumeister Hansueli Rechsteiner begleitete am Freitag als Gastkritiker die Schlusskritik, die als ausgedehnter Spaziergang an allen Projekten vorbei zu einer lebhaften, interdisziplinären Diskussion zwischen Architektur, Szenographie und Kunst führte. Bei wunderbarem Herbstwetter bildetet der Tag damit gleichzeitig einen würdigen Abschluss der All School Charrette 2020 und einen anregenden Auftakt für das Herbstsemester.



